Interferenz :-) © - Die ©oaching-©olumne    

 

WEIHNACHTSMÄRCHEN.

 

Manchmal kann es etwas Märchenhaftes haben, dieses Weihnachten, wenn es gelingt, dich herauszulösen aus dem „Von vielem sehr, sehr viel, gern sehr, sehr laut und übrigens sehr, sehr schnell“. Das passierte Sabine vor ein paar Tagen einfach so, ganz unverhofft – sie landete in der fantastischen Welt von Oz.

 

idservices.de Coaching Kolumne

 

Soll ich erzählen? Es war einmal eine Couch-Potato-Session. Mein Mann und ich, hundemüde nach einem arbeitsreichen Jahr, entschieden uns für einen Fantasy-Film, denn wir dachten, wir müssten nicht denken dabei. Da floh ein magisch tricksender Schausteller aus Kansas in einem Fesselballon vor seinem aufgebrachten Publikum, das ihn des Nichtzaubernkönnens bezichtigte. Er startet in Schwarzweiß, altes Normalformat, gerät in einen Wirbelsturm und landet in einer paradiesischen, betörend farbigen Cinemascope – 3D – Zauberlandschaft.

 

Dort wird er sehnsüchtigst erwartet, denn er soll als großer Zauberer eine Prophezeiung erfüllen, indem er vom Himmel fallen und diese wunderbare Welt – das Land Oz – von der Herrschaft einer dunklen, zerstörungswütigen, herrschsüchtigen Hexe befreien möge. Die Ressourcen unseres Magiers für das Projekt scheinen ärmlich, doch als routinierter Hallodri verführt er die erste beste Hexe, auf die er trifft – ein sehr ansehnliches Exemplar übrigens – und lässt sich von ihr in die Headquarters von Oz führen, einen Palast inmitten einer funkelnden Smaragdstadt mit einem noch funkelnderen, immensen Goldschatz. Der winkt ihm zusammen mit dem Königsthron, wenn er einst den Zauberstab der bösen Hexe zerbrochen und sie damit vernichtet haben wird. Seine Hexenbegleitung ersehnt sich das zweithöchste Amt der Königin, sein Erfolg, ihr Erfolg. „Glaubst Du’s denn!“ hatte ich mich kaum empört, da sagte mein Nebenmann auf der Couch staubtrocken: „Na, das ist auch nicht anders als bei Euch oder gibst Du Dich der Illusion hin, wenn Ihr eins Deiner Konzepte erfolgreich zu Ende bringt, steckst Du den Erfolg alleine ein? Also ich nicht – meine Auftraggeber engagieren mich für sich, was tun denn Deine?“  

„Na, nu hör’ mal, da geht’s ja wohl...“, - „da geht’s um ein konkretes Ergebnis, oder weshalb nimmst Du mir das Schweigegelübde ab und erzählst mir das ganze Jahr, dass bei der Auswahl von Euch Beratern die Sicherheits- und Messfanatiker auf der Auftraggeberseite in der Überzahl sind und dass Ihr mit Eurer guten Arbeit hin und wieder Leuten den A... gerettet habt? Woran hängt deren A... denn?“

 

Während unseres gelinden Ehedisputs nimmt das Geschehen in Oz eine unerwartete Wendung. Unser Zauberer hat sich von der momentanen Regentin im Smaragdpalast, es ist Hexe Nr. 2 - Schwester von erwähnter Hexe Nr.1, seiner inzwischen schon Ex - über die Verursacherin der üblen Zustände im Land täuschen lassen. Er hat offenbar die falsche Hexe verdächtigt, eine blonde Nr. 3 am anderen Ende von Oz, die in Wahrheit die ist, die seine Unterstützung braucht. Ich wollte schon meine Stimme erheben: „Wie kann man so naiv sein und da nicht sofort durchblicken?“, da hielt ich besser den Mund. Hätte ja sein können, dass mein Schnelldenker wieder mit: „Na, das ist auch nicht anders als bei Euch...“ losgelegt hätte.

Statt dessen verfolgten wir im Schmunzeln vereint die Strategie der Landesfürstin Hexe 3 im Exil. Sie ist sehr clever und menschlich, zwei CEO-reife Grundmuster, und tut, was uns bisher unsere Existenz als Berater gesichert hat (wir danken allen CEOs und Vorständen, die das möglich gemacht haben, wird Zeit). Sie engagiert unseren Zauberer, der ihr – doch sehr korrekt – auseinandersetzt, was er kann und nicht kann, und geht das Risiko ein. Sie vertraut sich selbst, glaubt an die Erreichbarkeit des Ziels, und an ihre und des Zauberers Magie, Menschen zu inspirieren und mitzunehmen. Und dann vertraut sie, wie wir es nur im Märchen in Reinform erleben, den Stärken ihrer Leute. Nee, das ist nicht selbstverständlich. Weder im richtigen Leben, noch in Oz.   

idservices.de Coaching Kolumne

Unser Zauberer verzweifelt halbwegs, als er die Wettbewerbsfähigkeit der versammelten Mannschaft von friedlichen Zwergen, Schneiderinnen, Denkern und Konstrukteuren, Sängern und Akrobaten einschätzen soll. Doch dann ersinnt er den Königsweg zum Ziel und die Tricks und Tools, die ihn bisher begleitet haben und in Oz unbekannt sind, werden zusammen mit den Skills aller seiner Verbündeten zu ganz großem Zauber. Sein Action-Plan ist sauberstes Projektmanagement. Natürlich kannst du im Anschluss die dunkle Hexe – du ahnst es, es war Nr. 2 – ein für alle Mal vergessen. Jetzt wissen alle um Königin Nr. 3 herum wie’s geht und woran es liegt, dass es geht.

 

„Siehst Du“, wagte ich es noch einmal selig lächelnd am Ende der Werbepausen mit Film dazwischen: „Siehst Du, das wär’ mein Traum! Wenn unsere in Tools, Tipps, Tricks, Medien und andere Werkzeuge verliebte Branche nicht so oft die Mittel zum Selbstzweck machen würde, Goldschatz hin oder her. Wenn es um’s Ganze ginge und wie alles mit allem zusammenhängt, weißt Du, eben das, weshalb ich Systemiker geworden bin.... Wenn Erfolg am Sinn und an der Bedeutung dessen gemessen werden könnte, was mit klarem Zielverständnis, konsistenter Strategie, Vertrauen und gebündeltem Einsatz der verschiedenen Stärken mit einem Riesenschub in die gemeinsame Richtung erreicht wird, dann...“. „Der Film ist aus, Hase“, sagte mein Mann.

   

Bildquellen:
Bild 1: © Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Bild 2: © Sandra Krumme / pixelio.de

 

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DECISION MAKING.

 

Es ist nicht ganz einfach, eine gute Entscheidung zu identifizieren. Dazu braucht man mindestens ein Kriterium, das „gut“ im entsprechenden Fall definiert. Zu wissen, für wen das dann gut ist, ist von Vorteil. Entscheiden und sich konstruktiv mit den Überraschungen auseinandersetzen zu können, die eine Mehrfachbetrachtung der Konsequenzen eines Entschlusses im Lauf der Zeit so zutage fördert, ist mit einem ganzen Bündel an Wohlbekanntem verknüpft – für Führungskräfte zum Beispiel mit Managementskills, Leadershipkompetenz, persönlichen Widerstands- und Bewältigungsmustern, Fehlerkultur, Weitsicht und Mut – Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wen wundert’s also, welche Arten der Entscheidung so zustande kommen, wenn sie denn zustande kommen....

idservices.de Coaching Kolumne

 

Wenn Sie mit einem Trupp in der Wüste unterwegs wären, ohne ganz genau zu wissen, wie weit die nächste Destination entfernt ist und wie der kürzeste Weg dorthin verläuft und ihre Wasserreserven wären eher begrenzt, was würden Sie tun?

Könnten Sie sich vorstellen, samt Mensch und Kamel einfach stehenzubleiben und ein Lager aufzuschlagen?

Oder eine Umfrage zu starten und Daten zu sammeln, bis zweifelsfrei feststeht, wie viel Wasser exakt zur Verfügung steht, welches Quantum Wasser in welcher Zeit bei welchen Temperaturen verdunsten wird, wieviel Wasser welches Kamel in Relation zum Körpergewicht verbraucht, welche Schrittlänge beim Menschen zu welchen.....? Womöglich hätten Sie die Idee, dann nur jene Organismen mit auf den Weg zu nehmen, deren Daten perfekt zu den Merkmalen der geforderten Strapazen passen und den größten Nutzen versprechen? Käme in Frage, in jedem erdenklichen Fall alle Kamele zu retten, um jene, die sie finanziert haben, nicht zu vergraulen?

 

idservices.de Coaching Kolumne

Würden Sie womöglich – in der Annahme, dass das Wasser für Sie, Ihre Freunde und Ihr Lieblingskamel für einige Zeit mehr als genügen wird – so viel wie möglich trinken und allen anderen sagen, sie könnten nur überleben, wenn sie so wenig wie nötig nippen, die Vorräte mit hoher Disziplin ein- und untereinander aufteilen und von der Vision der herrlichen Destination am Ende des Weges zehren?

Würden Sie kundtun, die Oase sei um die Ecke? Und Leute zurücklassen, die das Gegenteil behaupten?

 

Diese Kollektion „guter“ Entscheidungen ist eine metaphorische Übersetzung dessen, was wir in den letzten Jahren innerhalb der Unternehmenslandschaft, die wir zu beobachten in der Lage waren, so angetroffen haben. Von geschäftiger, aktionsgetarnter Nichtentscheidung in der Absicht keine Fehler zu machen, bis zur hochriskanten Kette von Entschlüssen, um so viel Profit wie möglich oder mindestens den Ruhm von Lawrence von Arabien zu ergattern (der ihn übrigens gar nicht gewollt hat), wenn auch mit gänzlich anderen Zielen.

 

Was auch immer Sie tun würden, in jedem der geschilderten Szenarien tummeln sich offensichtlich zwei Faktoren – Ihr „Selbsterhaltungstrieb“, ausgenommen Sie zählen zu den wenigen Lichtgestalten oder (nicht immer vorbildgeeigneten) Märtyrern dieses Planeten, und Ihre mehr oder minder adäquate Einschätzung der Lage. So auch allenthalben in der Welt der Organisationen. Der Wunsch, Macht auszubauen, zu überleben oder die Angst, es nicht zu tun, kann zu untragbaren, fragwürdigen Entscheidungen führen. Oder – was uns besonders auffällt - zu zweitbesten, deren Konsequenzen während der eigenen Amtszeit hoffentlich nicht mehr spürbar werden oder den Entscheider im Zweifelsfall schützen. Haftungsrisiken, Verlustängste, Absicherungstendenzen, auch schlichtes Überfordertsein mit der Komplexität des Inputs nehmen den Mut zu zügigen, fokussierten, konsequenten Entscheidungsprozessen, selbst wenn den Akteuren bewusst ist, dass weder Stillstand noch Forecast aus dem, was war, und sei die eingespeiste Datenmenge noch so riesig, ihnen das Entscheiden letztlich erspart.  

idservices.de Coaching Kolumne

Das Erstaunen, wenn es am Ende des Tages andere an ihrer Stelle tun, die Verblüffung, wie viel Innovation mit mehr Spontaneität, Mut, Vertrauen in andere und Intuition möglich gewesen wäre, und vor allem die Erkenntnis, da hat etwas ganz und gar nicht funktioniert, eröffnen uns hin und wieder die Chance mit unserer Arbeit zu beginnen.

 

Da fehlt noch was? Ja, da fehlt noch was. Jede Entscheidung von einiger Bedeutung wird getragen von dem, was Menschen wirklich wichtig ist, was sie antreibt und davon, was für sie absolut indiskutabel ist, was gar nicht geht, was ihre Werte verletzt. Kamele vor Menschen – nein? Lügen, wenn es den Zielen dient – ja? Nur ich, meine Freunde und mein Lieblingskamel – ja oder nein? Wie steht’s? Wäre sinnvoll, all das zu wissen, während Leute Jobs tun, von denen das Wohl und Wehe anderer Menschen und ihrer Organisation abhängt und bevor sich herausstellt, dass sie mit Werten unterwegs sind, deren Passung wohl in einem anderen Puzzle wahrscheinlicher wäre. Besonders nützlich wäre es für sie selbst, denn diese Art der Bewusstheit optimiert Entscheidungen. Sie sich auf professionellem Weg ohne Trübung und ohne Tunnel zu erarbeiten, verlangt allerdings eine mutige Entscheidung – für einen Coach ;-).

 

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Bild 1: Uwe Drewes / pixelio.de

Bild 2: Heidrun Schneider / pixelio.de

Bild 2: S. Hofschlaeger / pixelio.de

 

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KOHLE.

 

In diesen Zeiten das Wort „Kohle“ zu denken, löst eine assoziative Flutwelle aus. Da fällt uns ein: Der Abbau von Braunkohlekapazitäten und die Streiterei drumherum. Oder Kohlendioxide und Stickoxide und der mehr als grenzwertige Umgang damit. Oder weshalb so viele auf so vielen Gebieten scheinbar kein Problem damit haben, so viele zu verkohlen. Oder wer wem was rüberschiebt. In welche Richtung auch immer wir da weiterdenken, es geht um Kohle. Was einem Coach so durch den Kopf gehen kann...

 

Coaching Kolumne IDServices.de

 

Das wird keine moralinsaure Anstandspredigt, nicht weil wir nicht in Versuchung wären, die ganz menschliche Frage zu stellen: „Geht’s noch? Haben wir wirklich Lust, einfach so weiterzumachen und fröhlich anderes zu tun, als wir lauthals verkünden? Wo bleiben die Werte des zivilisierten Menschen?“ Sie führt nur zu nichts Konstruktivem. Jedenfalls in unserem Fall, denn als Coach Fragen zu stellen, die Bewertungen oder Imperative (und seien es kategorische) enthalten, gehört a) ins Reich der Unprofessionalität und erhöht b) die Wahrscheinlichkeit des Widerstands bei unserem Gegenüber womöglich exponentiell.

Das könnte spannende Formen annehmen. Sabine erinnert sich da an die Aussage eines Top-Managers, die sie während ihrer Zeit als Head of International Training hörte: „Sie sollen aus den Leuten keine besseren Menschen machen, Sie sollen dafür sorgen, dass die bessere Ergebnisse bringen.“ Interessanter Bezug. Es war die Antwort auf ihren strategischen Vorschlag, in Führungskräftetrainings an Wahrnehmungskompetenz und Achtsamkeit für Befindlichkeiten und Stärken von Mitarbeitern und Teams zu arbeiten, zu trainieren, das effizient zu nutzen und so mehr Freiräume möglich zu machen. Für Ideen, eigenständiges Arbeiten, den Einsatz von Ressourcen und für Nachfragen und Widerspruch. Das Unternehmen brauchte Lösungen, Innovationen und Mut - auf geradem Weg. Als Head of Training konnte sie eine Diskussion darüber lostreten, was langfristig für gute Resultate sorgt und die Mutter aller Zahlen, das kurzfristige Quartalsergebnis um jeden Preis, zur Diskussion stellen. Ja-Sager gab es ohnehin in Fülle.

 

Weshalb sagen Menschen in so vielen Fällen „Ja“ zu Risiken, Maßnahmen, Verhaltensmustern oder – schlicht – Gaunereien, für die sie die abenteuerlichsten Argumentationsschleifen vor sich und anderen kreieren oder stockblind werden müssen, um sie zu verantworten, zu initiieren oder mitzumachen? Weshalb erwerben so manche „Management-Gurus“ Ruhm und Ehre für die wohltönenden Thesen, die sie verkünden, ohne die Systeme, die sie beraten, wesentlich ins Tun zu bringen? Was auch immer im individuellen Fall an Gründen und Motiven im Spiel sein mag, da ist jeder ganz speziell und ungeeignet für ein und denselben Kamm – ein gemeinsamer Nenner lässt sich finden: Kohle. Kohle ist Synonym für Erfolg.

 

Wofür Business durchaus auch da sein sollte, für Menschen, sei es als Arbeitende oder Kunden (im weitesten Sinne) - diesen Zweck ins Hintertreffen geraten zu lassen und Menschen zum Mittel für einen Zweck zu mutieren, dessen hoher Rang auch fragwürdige Mittel heiligt, sieht für uns nach einem unterschätzten Risiko aus. Was die Arbeitenden anbelangt: Wir kennen den Einfluss von Befindlichkeit und Arbeitszufriedenheit auf Leistung einfach zu gut. Was Unternehmen nach unserer Beobachtung in dieser Hinsicht auf's Spiel setzen, können gegenwärtig weder ihre Spitzenleute, noch die Verheißungen von „Industrie 4.0“ auffangen. Und beide sind hohe Kostenfaktoren - da sprechen wir nicht nur von einer Menge Kohle.  

Die neoliberale Hypothese von sich selbst regulierenden Märkten kann uns auch nicht überzeugen, dazu fehlt es an Wettbewerb, nicht um Kohle, sondern um Erfolgsdefinitionen und -wege. Wenn das Ziel für nahezu alle identisch ist und die Mittel sich nur in Nuancen unterscheiden, wer soll wen womit tatsächlich regulieren?

 

Wo haben wir als Coaches in diesem Szenario Platz, fragen wir uns, was ist unsere Funktion? Wir sind nicht da, um die Muster unserer Klienten zu bestätigen, auch wenn sie zu höherem Prozentsatz gern mit Coaches zu arbeiten scheinen, bei denen das Verstehen und Nachempfinden aus eigener Tradition heraus wahrscheinlicher ist. So selbstverständlich diese „Unabhängigkeitserklärung“ klingt, heikler wird die Lage in den oberen Rängen. Nicht umsonst gibt es Top-Coaches, die sich ihren Klienten über die Zugehörigkeit zu ein und derselben Communitiy verkaufen.  

 

Coaching Kolumne IDServices.de

Jetzt aber mal Kohle beiseite, schließlich sind wir Spezialisten für den Wake-up-Call dafür, dass es höchst selten nur eine Option gibt, auch wenn sie für den Moment am sinnvollsten scheint und ein halber Planet in die gleiche Richtung denkt. Ob es um Zieldefinition oder Wege ins Ziel für den Klienten geht, keine Kohle der Welt muss einen Coach daran hindern, in diesem Sinn einfach einen Spitzenjob zu machen.

 

 

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Bild 1: Lisa Robbers / pixelio.de

Bild 2: Lupo / pixelio.de

 

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BAD PRACTICE.

 

Es gibt eindeutig gebauten Mist. Solchen, der es auch nach drei Tagen, drei Monaten und drei Jahren noch ist. Unabhängig vom inzwischen verstrichenen Zeitintervall und dem Geschehen, das es füllt. Auch wenn alles für etwas gut ist, sagt der Coach...

 

Der Mann saß mit dem Rücken zu uns, als wir das Büro betraten. Für einen kurzen, dennoch langen Moment. Er wirbelte herum – ein Aufspringen wie eine Feder, Augen hellwach, Händedruck trocken, schnell, kraftvoll: „Willkommen, ich bin...“. Well prepared, smart, forsch - für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance, right?  

Wir haben den Grundsatz, nicht mit Hypothesen zu arbeiten, so lassen wir die Frage unbeantwortet, was dieses ungewöhnliche Einstiegsritual für ihn bedeutete. Unbekanntem zunächst den Rücken zuzuwenden, scheint das Gegenteil von Vorsicht. Umso vorsichtiger agierte er während des Gesprächs.

Er sei an sich beraterresistent, habe uns jedoch unserer kreativen Texte wegen kennenlernen wollen. Er brauche neue Ideen. Innovation sei sein Kernthema im Konzern, da gehe zu wenig voran.

 

„Weshalb sichten Sie gerade jetzt die Möglichkeiten externer Unterstützung? Worüber denken Sie nach? Was soll genau erreicht werden? Wozu? Wie sieht Ihre Unterstützung bisher aus? ....“ –  rhetorisch brillant schlich er sich um offene Antworten auf unsere Fragen herum wie Winnetou um’s feindliche Lager. Elegant, feinohrig, wachsam, reaktionsschnell, radarklug.

Wir hörten von ihm über die Notwendigkeit disruptiven Wandels, lange bevor der Terminus allenthalben zu lesen war und spürten hinter seiner Ratlosigkeit, was zu tun sei, dass es darum gar nicht ging. Wenn er im Business annähernd so agierte wie im Kontakt mit uns, und seine Virtuosität darin legte das nahe, ging es um das Wie - ohne dass er das wahrnahm.

Er stellte die Frage in den Raum, ob wir nach unserem Meeting womöglich bedauernd feststellen könnten, wir hätten uns das Gespräch sparen können, denn einen psychologischen Berater suche er nicht, einen Coach habe er seit einigen Jahren. Sabines Antwort: „Womöglich haben Sie ja schon gemeinsam darüber nachgedacht, was Sie an dem hindert, was Sie sich wünschen?“– „Weshalb? Wie meinen Sie das? Was denn?“. Und dann hätte sie es klar sagen können, in einem so verdammt kurzen Termin von einer Stunde. Genau das, was zu uns herüberkam und für seine Ziele so kontraproduktiv war. Er hätte die Beschreibung als unpassend ablehnen können, na und? Wie viele unserer Top-Executive-Coachings haben über scheinbar faktische Aufgabenstellungen und unser Feedback zu sichtbaren Mustern ihren Anfang genommen, bis die Kernthemen unter der routinierten Ratio ausgegraben waren – Reviere sichern, hidden agendas fahren, Interessenkonflikte und Wertedissonanzen auf der faktischen Ebene verhandeln, feedbackarm und informationsgefiltert im Dunkeln tappen, Fehlwahrnehmung als Realität akzeptieren, den Anschluss an die Crew und die Organisation verlieren, was auch immer sich zeigt und wirkt und wirkt und wirkt...

Statt dessen präsentierte sie die „hilfreichste“ Antwort der Geschichte von IDServices: „Nun, haben Sie eine Idee über das Fehlen an Ideen hinaus? Es gäbe so einige, die in unseren Zuständigkeitsbereich fallen“ – super Pointe :-(. Mindestens zwei Excuses für diese Ansage fielen ihr danach ein: einem Kollegen, so er gerade mit unserem Mann arbeitet, nicht ins Handwerk pfuschen und – wieder mal – nicht mit Hypothesen um sich werfen. Ja, sonst noch was? Unter dem Motto: „Wer ist hier der am wenigsten offene und vorsichtigste Kandidat“ kann man sich ja von seinem potenziellen Kunden prima in dessen aktuelles Muster einladen lassen und das auch noch gut begründen...

 

idservices.de Coaching Kolumne

Es ist einige Zeit her. Der Wandel trat ein. Sein Leben verläuft heute anders, das Top-Management ist erst einmal Vergangenheit. Womöglich wird es eine wertvolle Zeit für ihn sein. Womöglich wird er für sich klären können, was er selbst zu diesem Wandel beigetragen hat.

Für uns war es eine unserer wertvollsten Begegnungen – menschlich und methodisch. Wir haben gelernt. Auch wenn wir es nicht mehr wieder versäumen sollten – wir hätten durch ein einziges klares Statement in einem unverbindlichen ersten Meeting wohl keine Konzerngeschichte verändert, wir sind keine Magier. Das ist es nicht. Was uns seither einige Bescheidenheit lehrt, ist: Coaches sind Menschen und sie machen Fehler. Zeit, mal drüber zu reden.

 

 

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Bild 2: Horst.p / pixelio.de

 

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NUR NET HUDELN...

 

Wer ist schon scharf auf lange Abhandlungen? Wir argwöhnen ohnehin, dass die Aufmerksamkeitsspanne für Information mit dem Wort „Spanne“ nicht mehr ganz zutreffend beschrieben ist, das hat ja doch Verwandtschaft mit so exotischen Begriffen wie „Spannbreite“ oder „Spannungsbogen“ und klingt, als brächte man was drin unter. Da gäbe es noch etwas Altmodischeres als „Spanne“, das vielleicht zukünftig besser geeignet wäre, den Hudel.

 

IDServices.de Coaching Kolumne

„Hudel“ ist eine Bezeichnung aus den südlichen Gefilden des deutschen Sprachraums und meinte ehemals einen Wischlappen – feuchter Art am besten. Man beeilte sich, mit demselben aus dem angeheizten Backofen rasch noch Aschereste zu entfernen, bevor man die Brotlaibe hineinschob. Rasch, um so wenig Hitze wie möglich zu verlieren. „Rasch“ korrelierte vermutlich nicht signifikant mit "gründlich". In diesem Sinne wäre zur gegenwärtig weit verbreiteten Art der  Informationsvermittlung in den Fachbereichen Coaching und Training „Aufmerksamkeitshudel“ ein kompatibler Begriff. Schnell und kurz muß es gehen. Viele von uns angeln sich ein Aufmerksamkeit weckendes buzzword, ein „passendes“ Studienergebnis oder was ihnen dazu einfällt und legen los. Rasch, solange der Ofen noch heiß ist. In kleinen Einheiten, bitte. Wir nehmen uns nicht aus. Ein Fachartikel, geschweige denn ein Newsletter ist kaum an den Mann zu bringen, wenn er nicht mit dieser Art didaktischer Reduktion arbeitet, wobei auch das vermutlich nicht signifikant mit Gründlichkeit korreliert. Auch beliebt: die Rezepte, Tipps und Tricks für’s rasche Konsumieren, gerne auch banal. Keine Sorge, wir fangen jetzt keine Qualitätsdiskussion an...

In Ordnung, wenn Sender und Empfänger damit glücklich sind. Wir fragen uns nur, was kann das beitragen dazu, dass wir ein Image-Upgrade gut vertragen könnten?

Sabine grummelt beim Lesen öfter mal vor sich hin, wenn’s um Ergebnisse und Erkenntnisse geht, die durchaus kleinere oder größere Lawinen auslösen könnten. Diese Skepsis aus ihrer Max-Planck-Zeit äußert sich in meckerpottartigen Selbstgesprächen. Da steht sie dann, die Interpretation eines Studienergebnisses und das Fazit daraus verbreitet sich wie „Stille Post“. Wie? Denken Sie mal dran, was aus der zweifellos revolutionären, aber sehr speziellen Studie zur Entdeckung der Spiegelneuronen geworden ist. Wie war die nochmal?° Äh - eben.

IDServices.de Coaching Kolumne

Was geschah bis heute? Eine begeisterte Übertragung aller möglichen Schlüsse und Hypothesen auf Bereiche, die von der Beobachtung zielmotorischer Hand-Objekt-Interaktionen von Makaken durch Makaken so weit entfernt sind wie die Milchstrasse. Dass Menschen Spiegelneurone haben, konnte viel später nachgewiesen werden. David Poeppel°, Neurobiologe an der New York University, sah das dennoch trocken: Die Zellen sind da, aber wozu sie gut sind und was sie machen, das wissen wir überhaupt nicht.“ Wir sind bis jetzt nicht entscheidend klüger. Das gilt für eine Vielzahl von neuronalen Phänomenen, da die Forschungsmethoden zwar präzise in der Abbildung, Messung und Ortung neuronaler Aktivität zu sein scheinen, die Zuordnung der Ergebnisse etwa zu speziellen Verhaltensweisen oder Emotionen im Vergleich dazu jedoch nur rudimentär gelingen kann. Dass sich zu den wenigen kundigen und tatsächlich in das Fachgebiet eingearbeiteten Persönlichkeiten inzwischen eine beraterische Fangemeinde gesellt, die in die Vorsilbe „neuro“ verliebt zu sein scheint, ändert das nicht, ist aber hudelförderlich.  

 

 Nun befassen sich die meisten Studien rund um Coaching eher weniger mit Makaken und es wird nicht beobachtet, gefilmt und gemessen, sondern gefragt. Gern online. Macht auch Sinn. Wegen des Aufmerksamkeitshudels - wissen Sie noch? - darf das aber nicht zu lange dauern.

Die Antwortalternativen sind zum größten Teil vorgegeben und werden per Klick ausgewählt. Oder der Teilnehmer wird gebeten, einer Aussage zuzustimmen bzw. sie abzulehnen mit möglichen Abstufungen zwischen beiden Polen. Bewertungen oder Einschätzungen z.B. zur Beziehungsqualität im Coaching-Prozess oder zur Selbstwirksamkeit funktionieren nach ebendiesem Prinzip – die Antwort wird jeweils durch eine Ziffer auf einer Skala ausgedrückt.

Offene Antworten sind optional möglich, nur wenige finden jedoch den Weg in die Öffentlichkeit. Öffentlich zeigt sich, was Sabine die Laune verdirbt. Besonders deshalb, weil wir es auch nicht besser können. Öffentlich zeigen sich Zahlen: Prozentwerte oder Durchschnittswerte im Mittelfeld der Skalen, manchmal Mediane. Da man Durchschnittswerte statistisch vernünftig nur auf einem Skalenniveau bilden kann, das die Abstände zwischen den Antwortmöglichkeiten klar definiert, möglichst natürlich gleich :-), sind die Werte zwar grafiktauglich, sagen aber wenig aus. Auch darüber, ob  ein Item polarisiert oder die Scores hauptsächlich in der Mitte herumdümpeln. Der Durchschnitt ist in beiden Fällen ganz ähnlich.  

IDServices.de Coaching Kolumne

Häufig macht nur ein Teil der oft ohnehin kleinen, also nicht repräsentativen, Stichprobe von Befragten zu einem Item eine verwertbare Angabe. Wer antwortet nicht und weshalb? Wie ehrlich wird geantwortet? Wer wird überhaupt gefragt? Oft sind das Mitglieder von Coaching-Verbänden oder Arbeitskreisen. Und die unzähligen anderen? Sie scheinen nicht auf, agieren aber im Markt. Wie aussagekräftig sind die Antworten auf die ohnehin wenigen Fragebögen, die Coaches an - vermutlich eher zufriedene - Klienten oder Auftraggeber weitergeleitet haben?  

Über die fehlende Information wird drübergehudelt und die Ergebnisse schnell verallgemeinert, so sehr sich die Forschenden auch um solide Arbeit bemüht haben.

Ja – und Du siehst in der Statistik am Ende, was Du selbst hineingesteckt hast, wenn Du fragst, wie wir fragen. Was zunehmend wichtiger wird, was eine Rolle wofür spielt, wer sich wie in einer Auftragsbeziehung verhält, was auch immer das Thema ist, das wir vorgeben, was wir erfahren, geht kaum über unsere eigenen Hypothesen hinaus.

Und wir fragen oft unpräzise. „Wieviel Ihrer Jahresarbeitszeit verbringen Sie mit Coaching?“ - Antwort in Prozent, bitte. Was ist "Jahresarbeitszeit" – auf welchen Gebieten? Mit oder ohne Akquise, Marketing, Angebotserstellung, Konzeption, Verfassen von Fachbeiträgen und dem Zweitjob als ...? Was ist "Coaching" – die Anzahl der Coachingstunden? Mit oder ohne Anreise, Auftragsgespräch, Zielklärung, Vorbereitung, Dokumentation, eigene Weiterbildung, Supervision...

 

Das wird jetzt ein Selbstgespräch....wer ist schon scharf auf lange Abhandlungen ;-).

 

°Giacomo Rizzolatti, Corrado Sinigaglia: Empathie und Spiegelneurone: Die biologische Basis des Mitgefühls. Frankfurt am Main, Suhrkamp 2008. Originaltitel: So quel che fai - Il cervello che agisce e i neuroni specchi, 2006.

°David Poeppel, in: Werner Siefer: Die Zellen des Anstoßes, Seite 2/4: Zwischen Fantasie und experimentellen Beweisen klafft ein gewaltiger Abgrund. In: DIE ZEIT, 17. Dezember 2010.
 

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Bild 2: Linda Dahrmann / pixelio.de

Bild 2: M. Großmann / pixelio.de

 

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SCHAUFELN VERKAUFEN.

  

Seit geraumer Zeit erreichen uns Emails neuartiger Absender und neuartigen Inhalts, die auf befremdlich anmutende Weise Unterstützung bei der Vermarktung unserer Leistungen anbieten. 

Die Betreiber unserer Businessnetzwerke lassen unsere Mail-Accounts überschwemmen mit Angeboten für alle möglichen Zusatzpakete zum Zweck des besser Entdecktwerdens und der Profilschärfung. Das Magazin „Zukunft Training“ titelte im 2. Quartal: „Selbstinszenierung bis an die Grenzen. Warum sich Trainer, Berater, Redner und Coaches vermarkten müssen wie Celebrities.“ Was ist in die Leute gefahren?

 

Coaching Kolumne IDServices.de

Denken wir mal andersrum. Was haben wir nicht alles erwogen und überschätzt – unsere Qualifikation zum Beispiel. Dass eben die unsere Kunden weniger zu interessieren scheint als uns selbst, konnten wir spätestens der 12. Coaching - Umfrage Deutschland entnehmen (BCO Köln, 2014). Aber auf unsere Führungserfahrung hätten wir uns fast was eingebildet. Bis wir auch da auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Gut, irren ist menschlich. Wohin sollten wir denn dann denken?

Wenn wir den Marketingexperten der Nation Gehör schenken, dann sollten wir Existenzsicherer und Generalisten uns endlich positionieren. Zumindest thematisch oder bezüglich des eigenen methodisch-didaktischen Kompetenzprofils. Letzteres läßt sich nicht vermeiden, wer beherrscht schon alles? Ersteres ist eine prima Idee. Wie Positionierung für die meisten von uns gehen kann, hat Jürgen Graf, der seit knapp 20 Jahren ein scharfes Auge auf die Weiterbildungsbranche wirft, so beschrieben: „Man hat seinen Arbeitsschwerpunkt, wahrt aber zugleich den Blick über den Tellerrand...hält die Möglichkeit offen, Alleinstellungsmerkmale der Entwicklung des Marktes anzupassen“°. Dieses Jahr agieren wir gesundheitsfördernd, burn-out-prophylaktisch oder resilienzsupportiv, voriges waren wir achtsam und nachhaltig, nächstes sind wir digital und mit Minimodulen unterwegs...

  

Coaching Kolumne IDServices.de

Netzwerke sind wichtig, Reichweite und Kompetenzbeweise, so drei weitere Erfolgsregeln und - „Ohne online geht es nicht!“

Ob deshalb kontinuierlich Mails bei uns eintreffen, die uns auffordern, per Klick die wenig aussagekräftigen Kenntniskategorien von Menschen zu bestätigen, die wir kaum kennen? Oder überhaupt nicht?

 

Das Licht, das uns aufgeht, ist hell wie der lichte Tag.

Was ist der Zweck der trendy Profilschärfung und des unbewiesen unentbehrlichen Onlinemarketings? Weshalb sind die Angebote unserer Social Media Portale gestrickt wie sie gestrickt sind? Weshalb schießen die Vermarkter aus dem Boden wie ehemals die Ausbilder? Weshalb wagen Vermarkter sogar, mit dem irreführenden Emailbetreff „Anfrage Führungskräfte-Coaching - eilt“ auf Berater zuzugehen? Weil ein überfüllter Markt mit minimalen Markteintrittsbarrieren aus der „Not“ der im Durchschnitt „eher bescheiden ausgelasteten“° Anbieter eine Tugend für die Vermarkter macht - Profit.

Coaching Kolumne IDServices.de

Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn klar ist, woher der Wind weht. Übrigens können und wollen wir auch nicht behaupten, dass die Verkäufer von Equipment, Landkarten, Proviant und Glücksversprechen zu Zeiten des Goldrausches schlechte Schaufeln geliefert haben. Sie sind bekanntlich nur reicher geworden als die meisten ihrer Kunden....

 

PS: Das mit den Celebrities reizt uns jetzt dann doch. Uns fehlt zwar die passende Biografie, aber womöglich ist das ja ein USP..... :-)

 

° („Trendstudie Weiterbildungsszene Deutschland 2015 - Das Ende des Einzelkämpfers“. Trainingaktuell, Februar 2015, S.7). 

 

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Bild 1: Carola Langer / pixelio.de

Bild 2: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Bild 2: Rainer Sturm / pixelio.de

 

 

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HEUTE MAL TRÄUMEN ...

 

Trends zeichnen sich ja durch ihre Vergänglichkeit aus. Die letzten Jahrzehnte des letzten Jahrtausends prägten den der Diversifikation und kreierten die kreativsten Unternehmensportfolios. Trends sind keine ohne die dazugehörigen Stars. Manchmal Superstars. Wir meinen jetzt nicht Madonna, eher Roland Berger oder SAP. Nun geht der Trend - beziehungsweise er fällt - ins andere Extrem. "Auch gut", sagen die Stars. Wir auch. Wir leben schließlich davon, Fakten realistisch zu sehen und Klientenziele zu unterstützen. Wovon wir träumten, würden wir uns heute - nur heute - das Träumen erlauben? Wachstum.

 

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Na, davon träumt ja nu' jeder. Dieses Davon meinen wir aber nicht. Umsatzwachstum scheint seine Grenzen zu haben. Sehr viel anders können wir uns den momentanen Megatrend jedenfalls nicht erklären. Es wird "fokussiert" (also anti-diversifiziert s.o.), fusioniert, übernommen, geschlossen, eröffnet, abgebaut, verkauft, prozessorientiert zugekauft - summa summarum ertragsoptimiert. Ach so, Kosten reduziert fehlte der Liste noch. Sollte das ein Hinweis darauf sein, dass Marktanteile oder ganze Märkte auf die bewährte Weise nicht mehr rentabel zu erobern oder gar zu halten sind? Könnte es sein, dass der Mensch völlig überraschend nicht zum unbegrenzten Konsum animierbar ist? Jedenfalls nicht möglichst alle von möglichst allem? Während wir uns das noch fragen, träumen wir von einem anderen Davon. Wir träumen von Wachstum über das hinaus, was ist. Ideenreichtum, der die Situation und die "Schuhe" des Kunden als fundamentale Ressource nutzt - statt den Forecast aus dem, was war. Qualitätsanspruch, der den Begriff  "Qualität" verdient und nicht nur behauptet - statt den Qualitätslevel an Lagerumschlag und Profitabilität zu eichen. Respektable, seriöse Fertigung - statt Erziehung zum Billigkonsumenten. Verlässlichkeit - satt aggressives Marketing und "Sales-Push"-Lügen. Ja, und da wir heute träumen, Ehre vor Verschlagenheit. Wir träumen über den Homo Oeconomicus hinaus. Weshalb?

 

Die Sache mit der heilen Welt ist nicht unser Ding. Wir sind auch nicht bei "Wünsch' Dir was!", finden es aber ganz gut, genau hinzuschauen, was ist. Was fällt uns auf an den Organisationen, die uns auf solche Gedanken bringen? Regine nennt das "Vi-llusionen". Zu Deutsch: die Illusion, eine Vision zu haben. "Das Visionäre scheitert", so ergänzt Sabine, "an der Maxime des Profits". Da wird unser Traum nur wahr, wenn ein Mittelständler sein ureigenes Kapital einsetzt, um etwas radikal anders zu machen - ohne irgendeine Sicherheit aus tausend Daten generiert. Oder wenn eine große Persönlichkeit sich der Kontrolle und der Forderung der Anleger und Analysten widersetzt dafür, beherzt Kultur zu leben und auf den Reichtum und die Intelligenz seiner Leute für Innovationen zu vertrauen. 
Alles, was Dynamisierung, Digitalisierung, Datenmanagement und Umstrukturierung an Ressourcen konsumieren, ist also nur insofern Bestandteil unseres Traums, als es nicht vom Werkzeug zum Zweck mutiert. Denn genau dann dient es der Vi-llusionierung. Das Ding ist eine Spirale. Und wenn du dich hinein versenkst, erliegst du ihrem Zauber wie einem Windspiel.  

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Das sind diese wunderschönen spiralförmigen Kreationen, die - bevor du sie aufhängst - eine begrenzte, unveränderbare Länge haben und oft so etwas wie einen Fokus, eine Kugel zum Beispiel. Sobald du sie in Betrieb setzt, bist du verloren - du verlierst den Fokus, die Kugel scheint zu wandern und die Länge der Spirale täuscht dir die Unendlichkeit vor. So, wie viele sich Sicherheit davon erhoffen, unendlich viele Parameter digital zu beherrschen. Oder von der Möglichkeit unendlichen Wachstums träumen. Wir sind jetzt wieder bei deren Davon. 
Weil wir heute mal träumen, reicht es uns gerade nicht. Was man digital beherrschen geschweige denn entscheiden kann, ist der menschlichen Intelligenz, Wahrnehmungsfähigkeit, Spontaneität und genialen Innovationskapazität so weit unterlegen, dass uns diese Begrenztheit manchmal schmerzt. Auch, wenn wir jedes Sicherheitsbedürfnis schon berufsbedingt zu verstehen haben. Und unendliches Wachstum finden wir wunderbar, wenn es nicht nur eine Dimension hat ...

 

Fertig geträumt. Ab morgen werden wir - wenn auch indirekt - wieder Profit maximieren. Gern sogar.

Coaching Kolumne idservices.de

 


 

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Bild 2: Rainer Sturm / pixelio.de

Bild 2: i-vista / pixelio.de

 

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SCHLARAFFENLAND.

 

Es gibt dieses tolle Sprichwort, dass Kinder manchmal so kluge Fragen stellen, dass du sie selbst als Weiser nur mit enormem Aufwand intellektueller Art einfach beantworten könntest. Wir hatten das kürzlich, als Regines kleiner Sohn mit zwei Klassenkameradinnen bei uns vorbeikam und die Kinder angesichts eines Gebirges von Projektunterlagen auf einem unserer Tische sofort wissen wollten, was wir denn so eigentlich arbeiten. Das ging ja noch. Aber erklär' dann mal deinem Sohn, was ein Markt ist - also nicht Gemüse - und wie der funktioniert.

 

Wir kämpfen schon damit, uns das gegenseitig zu erklären. Worüber das überhaupt nicht geht, ist das alte Phänomen menschlicher Wahrnehmung. Jedenfalls unserer. Wir kommen uns manchmal vor wie die Vorfahren der Quantenphysiker, die ab und zu einen erleuchteten Jahrhundertmoment produzierten und ansonsten außerstande waren zu entscheiden, ob das Licht nun eine Welle oder ein Teilchen sei. Was sind wir eigentlich? Zulieferer oder menschliche "Katalysatoren"? Respektierte Experten für Menschen oder konkurrierende Produktanbieter? In 100 Jahren werden unsere Kollegen sich womöglich darüber totlachen, dass wir ernsthaft darüber nachgedacht haben, ob die Förderung und Unterstützung von ja immer noch menschlichen Menschen den Modellen von Produktion und Wachstum denn genügen kann. Und wenn ja, wie. Nicht mehr und nicht weniger, denn die Teilchentheoretiker haben sich um die Bauchschmerzen der Wellenfans ja auch nicht kümmern müssen.

 

Da du deinem kleinen Sohn mit der Physik nicht zu kommen brauchst, kannst du was vom Schlaraffenland erzählen. Das ist die Gegend, wo Milch, Honig und Wein statt Wasser fließen, wo alle Tiere vorgegart und mundfertig durch die Luft fliegen, die Häuser aus Kuchen bestehen und allenthalben Käse herumliegt. Dem Alter wird mit dem Jungbrunnen abgeholfen - frei nach Wikipedia.  

Das Interessante ist, neben den meilensammelnden Vielfliegern, dass die Konsumenten sich für den Verzehr ziemlich wenig anstrengen. Das ist dort eine Tugend - Mund auf, Taube rein. Im Ganzen. Das Ding ist ein Servicepaket, kauen wäre sich fordern. In unserem Markt gibt es, dort wo nicht selbst geflogen wird, den Bedarf für Anlieferung.  

Wie kann man angesichts einer Wirtschaftslandschaft mit ständig steigender Produktivität, in der ziemlich viel gearbeitet wird, irgendwem die Zugehörigkeit zum Schlaraffenland unterstellen? Naja, wenn Sie sich die Darstellungen des Schlaraffenlandes mal anschauen, weisen sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu den Funktionsprinzipien einer hohen Anzahl von Organisationen auf, aus denen unser Markt besteht. Selbige zeigen alles andere als selten:

 

a. als Ziel das Optimieren des Ergebnisses im Verhältnis zum Einsatz

b. über die Zeit hinweg das Optimieren des bereits Dagewesenen

c. zur Qualitätssteigerung das Optimieren des Einsatzes des bereits Dagewesenen.

 

Aus der Taubenkeule ist längst ein Burger geworden, aus Honig Softeis. Die Landschaften werden üppiger oder hipper. Und jetzt hat es auch Regines Sohn verstanden: die Höhe des Profits sollte umgekehrt proportional zum Aufwand sein. Schlaraffia ist ein Servicepaket. Das ist am verführerischsten, scheint risikomindernd und sollte auch immer so bleiben. "Mami, das ist langweilig. Und die werden alle dick und haben doch keinen Arzt, wenn einer ein Taubenbein verschluckt oder viel zu schnell viel zu viel isst. Die können doch nicht gesund bleiben. Wie machen die das?" Herrschaftszeiten! Die nächste Frage!

 

Nochmals Klartext: Man sollte mit möglichst minimalem Einsatz in Lichtgeschwindigkeit Spitzenprofit haben - und das mit Sicherheit. Jetzt schwant uns, dass die Anlieferung eines Servicepakets schlaraffiamäßig ist. Deshalb setzt die klassische deutsche Beratungsbranche mit Strategie- und Technologie-Convenience etwa 25 Milliarden Euro im Jahr um (2014), denn hervorragender Service darf auch Hervorragendes kosten. Und a., b. und c. werden weiß Gott optimiert. Das hat schon manchen das Überleben möglich gemacht. Wir Coaches dümpeln bei knapp 2 Prozent dieses Umsatzvolumens herum. Wundert uns das? Nee.

 

Wann wagt sich ein Entscheider jenseits von a., b. und c. ins Land des Coachings? Meist tut das ohnehin der Herrscher des Schlaraffenlands oder sein Stab. Und dann klingen die Bitten in unseren Coachohren zumeist doch nach  a., b. und c. - denn mehr vom selben könnte ja erfolgreicher sein als weniger davon - oder gar was anderes.  

Er wagt es, wenn zuviele zu viel gegessen oder Taubenbeine verschluckt haben. Für uns zu Deutsch: wenn zuviel a., b. und c. von den Schlaraffen ungekaut verdaut werden muss, und zu viele von ihnen - obwohl sie tapfer arbeiten - das Kauen längst verlernt haben. Denn das muss jeder selber tun. Und wenn es, wie im Schlaraffenland Tugend, gefordert ist, alle und alles zu fordern außer sich selbst, ist es kein Spaß, das und mindestens a. plötzlich in Frage zu stellen. Denn genau das ist es, was Coaching tut. Es ist kein Produkt und kein Service, es ist ein Prozess, der davon lebt, was die Beteiligten hineinstecken. So manch' Dagewesenes in Frage stellen kann es ebenso herausfordernd wie Kinder es können. Vielleicht kommt es den Leuten deshalb so teuer vor ...

 


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Bild 1: manwalk / pixelio.de

Bild 2: I-vista / pixelio.de

Bild 2: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

 

ERTRAGSOPTIMIERUNG DURCH SCHLAFENTZUG.

 

Es gibt Leute, die halten sich für hoch intelligent, dabei sind sie im Grunde ziemlich dumm. Wir zum Beispiel. Obwohl wir seit einer gefühlten Ewigkeit als Diagnostiker, Trainer und Coaches aktiv sind, ist es uns bis heute nicht gelungen, irgendeine vernünftige Beziehung zwischen Aufwand und Ertrag herzustellen. Das meinen wir sekundär  monetär.

 

Den ersten Fehler machten wir mit der Druckvorlage für unser Kurzportrait für schnelle Leser und Entscheider. Wir schrieben die selbstverständlichste Verkaufsfloskel hinein, die ja eigentlich keiner Erwähnung bedarf - außer man meint es ernst. Unter der grundehrlichen Rubrik "Was können Sie bei uns nicht finden?" findet sich an letzter, also eindrucksvoller Stelle "9-to-5-Mentalität". Da wir in der Regel machen, was wir sagen, darf sich Sabine jetzt von ihrem Mann anhören, der sie in der Regel recht attraktiv findet,

in derart erschöpftem, blässlichem Zustand möchte er sie nicht mehr erleben. Und Regines Mama, ein außerordentlich großzügiger Mensch, stellt sehr ernsthaft die Ratio zwischen Invest (gemeint sind Arbeit und Zeit) unsererseits und dem Stand von Regines Bankkonto in Frage. Unser letztes Projekt war ein Assessment Center für internationale Führungskräfte - letzte Woche.

 

Es war nicht das erste seiner Art für diesen Auftraggeber. Das erste seiner Art war allerdings spitze gelaufen. Für uns ungünstigerweise fand es hohe Akzeptanz bei allen in irgendeiner Weise Involvierten im Unternehmen. So etwas beflügelt uns ja. Also dachten wir, als die ohnehin schon sehr straffen Vorgaben der Veranstaltung - Zeit und Kosten - fürs nächste Mal noch ein wenig straffer gestrafft wurden: "Nun, die Herausforderung nehmen wir an!"

 

Geschätzte 85 Prozent unserer Kollegen würden uns jetzt sagen: "Selber schuld, kennen wir". Und nicht erst jetzt verstehen wir viele von ihnen. Wenn wir so weitermachen und von Donnerstagmittag bis Samstagabend 36,5 Stunden vor Ort arbeiten - Flugzeit exklusive (Rückflug Sonntag) - während 2,5 Tage im Angebot stehen und unsere Auftraggeber völlig zurecht nächtens ins Bett müssen, wird das nix mit der berechtigten Anfrage von Regines Mama. Es wird auch nix mit Sabines Attraktivität. Jetzt ist sie ja eh' schon blass. Klar, dass man das besser überlebt, wenn die Zahl der erhobenen Daten und der Zeitaufwand beträchtlich reduziert sind. Nur, wie soll ein Verfahren überleben, das nicht nur bei denen, die es über sich ergehen lassen müssen, doch beträchtlich in der Diskussion steht, wenn Du alles, was einem Diagnostiker für eine saubere Einschätzung wichtig sein muss, über Bord wirfst? Die Akzeptanz eines Verfahrens kommt nicht von ungefähr. Die Daten müssen aus sehr unterschiedlichen, möglichst wenig voneinander abhängigen Quellen stammen, aus unterschiedlichen Settings kommen und möglichst unbeeinflusst beobachtet sein, um ein Bündel von Kriterien so gültig und zuverlässig wie möglich zu überprüfen. Je weniger das gegeben ist, desto weniger ist ein Assessment ein tragfähiges Assessment und desto mehr eine Alibi-Veranstaltung.
 

Eigenartigerweise scheinen das am meisten die Teilnehmer zu spüren. Sie - zumindest die überwiegende Zahl von ihnen - sind bereit, die Ergebnisse und Feedbacks zu akzeptieren und umzusetzen, wenn sie ihre Realität abbilden und für ihre Realität Nutzen bringen. Jedenfalls ist es das, was unsere Verfahren so glücklich über die Runden bringt. Dass es zudem perfekt (ja, wir kennen den zweifelhaften Ruf dieses Wortes), also perfekt und professionell organisiert wie am Schnürchen laufen muss, bedarf mal wieder keiner Erwähnung.

 

Womit wir beim Aufwand im Vorfeld wären. Wir hoffen, Regines Mama kriegt das jetzt nicht zu lesen. Sabines Mann ahnt es ohnehin schon. Realität abbilden heißt: "Ziehe nicht die Toolsammlung Deiner Ausbildung  oder die Ordner der letzten Jahre aus dem Schrank  und tausche das Logo des Auftraggebers aus oder gib in die Suchmaschine Assessment+Center+Übungen ein und verkaufe sie als Deine". Es heißt auch nicht, zweifellos Bewährtes für allumfassend gültig zu halten. Es heißt, ein Unternehmen kennen zu lernen, klar zu wissen, was die Führungscrew dort von ihren Leuten erwartet und welche Passung auch in Abhängigkeit von der Organisationsstruktur benötigt wird. Und das ist mit einem Anforderungsprofil so vollständig abgedeckt wie die deutschen Einwanderungsbedingungen mit einem Sprachtest. Übrigens "challengst" Du auch keinen mit etwas, das keine Challenge für ihn ist. Oder ihn so sehr betrifft wie die Kuh das Eierlegen. Um es kurz zu machen - für uns gibt es keine andere Alternative, als das Ding exakt an die Ausgangsbedingungen anzupassen: ein Unternehmen, dessen Zweck und Anforderungen und die Menschen darin. Wir haben während der geschätzten Ewigkeit unseres Tätigseins - außer auf ausdrücklichen Wunsch eines Stammkunden - noch nie zwei identische Verfahren abgeliefert. Geschätzte 85 Prozent unserer Kollegen würden jetzt sagen: "Selber schuld!"

Recht haben sie, denn außer Regines Mama und Sabines Mann wird kaum jemand den Unterschied reklamieren ...

 

 

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Bild 1: Matthias Riesenberg / pixelio.de

Bild 2: Siegfried Standke / pixelio.de

Bild 3: Claudia Hautumm / pixelio.de

 


HELLENISCHE SCHATTENSPIELE.  

 

Schon wieder Griechenland! Da unser Job ist, Prozesse zu durchleuchten und zu gestalten und einer der eindrucksvollsten - das klassische "Drama" - eben dort erfunden worden sein soll, wundern wir uns nicht, weshalb der momentane Gemischtwarenladen in der Argumentation des griechischen Schuldenstreits ein so prägnantes Beispiel für so manche zyklischen Dramen globaler und nicht-globaler Organisationen darstellt, seien sie klein oder groß.

 

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Soweit wir uns an unseren Deutschunterricht erinnern, hatte das Drama im antiken Griechenland wenige, grundsätzlich männliche Akteure, die unter Verwendung eindrucksvoller Masken teils mehrere Rollen spielen.  

Der Plot beinhaltet alte, immer wieder verwendete Mythen - die Gestaltung des Drehbuchs makes the difference. Die Zielsetzung des Spektakels kann Erregung von Schrecken, Mitgefühl und/oder Bewunderung sein. Gucken Sie mal bei Sophokles rein, da geht Ihnen ein Licht auf. Ob die Reinigung des Geistes - zu Deutsch "Katharsis", das hehrste Ziel - immer so ganz gelingt, wagen wir nicht zu bewerten.

 

Wir sind der Überzeugung, dass unsere erwachsenen Leser des Transfers mächtig sind und mühelos ihre Parallelen zwischen dem antiken und dem modernen griechischen Szenario ziehen werden. Interessanterweise wiederholen sich die Prozesse ja. Zunächst wird ein durchaus bedeutsamer, eigentlich sehr bedeutsamer, emotional und menschlich ionisierter Themenkomplex viel zu lange hinter verschlossener Tür hin und her verhandelt. Da keine verschlossene Tür ganz dicht ist, dringen ab und zu frei schwebende Elektronen nach draußen. Anlass für kurzfristige Überhitzung. So ähnlich wie kürzlich zur Jahrtausendwende, als schon ewige Zeiten über Entschädigungen für erlittenes Leid und Zwangskreditrückzahlungen verhandelt worden war, und ausgerechnet die Drohung der Beschlagnahmung einiger deutscher Eigentumsfragmente auf griechischem Terrain Wirbel verursacht hat, der sofort nach der Zustimmung zum EU-Beitritt Griechenlands wieder als mildes Lüftchen hinter der Tür verschwand. Wir erwarten die gegenwärtige Entwicklung mit Spannung, schließlich ist die Tür (kurzfristig wahrscheinlich) gerade offen ...

 

Inzwischen wundern wir uns nicht - wie wir schon erwähnt haben -  denn uns kommen Prozesse dieser Art sehr bekannt vor. Wie immer können wir nur über Dinge reden, die uns selbst in irgendeiner Hinsicht zwicken oder von denen wir so oft hören, dass uns die Ohren klingen. Schauen wir uns mal die alten, immer wieder verwendeten Mythen an. Hinter einer oder mehreren Unternehmenstüren braut sich im Schatten Ungemach zusammen. Da das nicht von selbst geht, braucht man Menschen dazu. Unter modernem Ungemach wird heute verstanden: "Irgendwas funktioniert da nicht, da fehlt Kooperation, wir sind zu langsam, zu schweigsam. Oder einer ist zu schnell und zu schweigsam und kriegt das Volk nicht hinter sich versammelt." Oder Ähnliches.  

 

Erstmal ist die Türe großflächig dicht und das Brauen hat Zeit. Die es nutzt. Plötzlich geschieht die Tragödie. Aus Ungemach wird Unheil. Der entscheidende Crash. Sei es an der Börse. Oder in Reports und Forecasts aller Art. Ja, es geht schon wieder ums Geld - ist in Griechenland ja genauso.  

Nun erfährt mit der finanziellen Talfahrt dieser zyklische Prozess, von dem wir schreiben, seinen ersten dramatischen Hochpunkt. "So geht's nicht weiter, wir müssen etwas ändern, denn marode Finanzen gehen gar nicht!" Wenn sich nichts schönrechnen und auch nichts schönreden lässt, klingelt bei uns das Telefon. Dann geht die bisher so dichte Tür ganz weit auf und das Gebraute quillt heraus. Es vermischt sich mit den so sauber getrackten und isolierten Zahlen, Daten und Fakten für einen dramatischen Moment der Wahrheit. Da unser Job ist, den Türstopper unterzulegen und ein sauberes Konzept zum Einsatz zu bringen, das das Durcheinander sortiert, kann es vorkommen, dass mindestens einer blitzschnell den Keil entfernt, die Tür zuschlägt und erstmal wartet, bis die Prozesskurve dramazyklustypisch wieder einen Tiefpunkt erreicht. Kann passieren - so eine Spontanheilung der Finanzen. Ein wesentlicher Wettbewerber "stirbt", ein Investor genehmigt eine kurze Verschnaufpause, eine Innovation greift, ein lukrativer Auftrag ...

 

Was dann hinter der Tür gleich mitverschwunden ist, sind so manche Gedanken sozial-wirtschaftlicher oder emotional-intelligenter Natur, die zunächst mit ein wenig Aufwand drohten. Und so manche, die vorher hätten gefeuert werden sollen, dürfen bleiben, da das jetzt ja weniger Aufwand ist. Und wir haben Wartezeit. Bis zum nächsten Hoch. Bis wir wieder mal eine kurzfristige Rettungsspritze statt eines von Grund auf effizienten wirksamen Prozesses liefern sollen. Ist in Griechenland ja genauso. Wie gesagt, das mit der Katharsis wagen wir nicht zu bewerten ...

 

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Bild 1: Irene Wyrsch / pixelio.de

Bild 2: Michael Grabscheit  / pixelio.de

Bild 3: Rainer Sturm / pixelio.de 

 

KONSUMWIRTSCHAFT.  

 

Samstag war Valentinstag. Dazu kann man geteilter Meinung sein. Für die einen ist das flächendeckender Profit, die anderen genießen die Romantik-Relikte aus der Vergangenheit und wieder andere fragen sich, weshalb sie sich etwas verordnen lassen sollen, einfach weil es alle tun. Auf diese Weise lassen sich so einige weltbewegende Themen betrachten, z.B. der Einsatz digitalen Lernens.

 

Regine hat soeben berichtet, sie habe vernommen, dass zum Valentinstag 2013 eine renommierte Cargo-Gesellschaft 1.000 Tonnen Rosen allein nach Deutschland geflogen hat. Das ist mit flächendeckendem Profit gemeint - entlang der ganzen Lieferkette. So ist das auch mit dem ertragreichen Geschäftsfeld des digitalen Lernens.  

 

Stellen Sie sich mal in die Fußgängerzone mit dem Mikrofon eines TV-Senders in der Hand und fragen Sie die Leute zum Thema Valentinstag. Dass es da eigentlich nicht primär um Blumen und Geschenke geht - wie oft werden Sie das hören? Ebenso spannend könnte sein, wieviele Leute vergessen haben, dass es beim digitalen Lernen nicht primär um "digital" geht. Wir haben da so unsere Vermutung, nachdem in einer der aktuellsten Studien des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung aus dem letzten Jahr nicht nur Produktschulungen, IT-Anwendungen und Compliance-Themen sinnvollerweise als wichtigste Themen und Inhalte des digitalen Lernens in Unternehmen identifiziert werden, sondern da tatsächlich Themen wie Management, Führung oder Soziale Kompetenz auftauchen. Für den ersten Themenkomplex ist das nachvollziehbar, ebenso wie der Thermomix zum Valentinstag. Man nehme: eine Liste klar definierter Zutaten, beim Thermomix heißt das Ding "Rezept-Chip", und verarbeite sie hochtechnisiert zu einem Gericht, das alles enthält, was der Konsumierende haben muss. Guided Cooking heißt das. Damit sind sämtliche Kochsendungen ad absurdum geführt, denn Thermomix erledigt das für alle gleich. Jedesmal für jeden. Im unternehmerischen Kontext heißt das "Vergleichbarkeit". Der Produktionsprozess ist voll transparent und kontrollierbar. Ich weiß, was und wieviel ich einkaufen muss für das jeweilige Resultat, das ich digital checken kann. Nehmen wir mal an, Sie hätten stattdessen Tante Anna oder einen Sternekoch anreisen lassen, der mit Ihnen gemeinsam Ihre Gäste bekocht. Was für ein Aufwand! So ein Thermomix ist eine sündteure Angelegenheit, aber Tante Anna kommt auch nicht zu Fuß. Menschen global mit Lerninhalten zu versorgen, bedarf ähnlicher Kalkulation. Die Installation digitaler Formate schlägt einen Thermomix tausendfach, muss also räumlich und zeitlich flexibel sein, möglichst viele relevante Konsumenten versorgen und sich schlicht rechnen.  

 

Inzwischen weiß man, dass der Unterschied zu Tante Anna und Präsenzveranstaltungen weitaus kleiner ist als gedacht. Man weiß auch, dass digitale Lernformate ohne zeitnahe tutoriale, d.h. menschliche Unterstützung sind, wie der Thermomix ohne Rezept-Chip. Das Ding landet viel zu oft in der hintersten Ecke des Küchenschranks.

 

Wieso eigentlich? Wenn Sie ein Produktvideo dazu sehen, mutet das an wie das meiste, was Sie über digitales Lernen lesen können. Innovativ, großartig, Ressourcen sparend, intelligentes Produkt, auf der Höhe der Zeit - der Hype eben. Sie sehen vor allem eines nicht: das, was Kochen und die Zubereitung eines Menüs bedeuten kann - abseits eines lästigen Prozesses. Soll das Produkt ersetzen, was wir nicht sehen können? Interesse, Erlebnis, Spannungsmoment, Ehrgeiz vielleicht, Genuss, Spaß, wir könnten jetzt sagen "das was jeden Menschen auf seine Weise ausmacht" und ihn dazu veranlasst, etwas zu tun oder nicht? Letzthin sagte Tim Leberecht, der weiß wovon er da spricht, in einem Handelsblatt-Artikel "In den letzten Jahren sei der Glaube daran, dass Technologie und Daten jedes menschliche Problem lösen können, regelrecht zum Mainstream geworden." Er hat ein ganzes Buch über Wirtschaftsethik im digitalen Zeitalter geschrieben, darüber was dem Mainstream entgegenzusetzen wäre. Es heißt "Der Business-Romantiker".  

Sein Artikel zum Buch handelt davon, Menschen motivierter zu machen, nachdem er feststellt, dass nur noch 13% der Arbeitnehmer weltweit sich voll engagieren. Und da ist der Kern der Sache. Lernen muss man immer noch selbst. Wenn wir mal annehmen, dass es beim digitalen Lernen auch ums Lernen geht, gibt es da vernünftige Theorien. Beispielsweise darüber, wann Menschen anstrengungsbereit sind. Der berühmte Lerntheoretiker Piaget würde jetzt wohl sagen: "Ob jemand Informationsaufnahme ablehnt oder mit Freude tut, hängt damit zusammen, wie er mit neuer Information umgeht, die nicht direkt in die Strukturen seines Vorwissens einpassbar ist." So ein digitales Equipment klickt sich viel bequemer durch oder weg als es in der Lage ist, einen davon zu überzeugen, dass der Aufwand dauerhaft Sinn macht. Ob deshalb nur verschwindend kleine Raten von anfänglich registrierten Teilnehmern von MOOC's (Massive Open Online Courses) bis zum Ende durchhalten, oder so viele Mitarbeiter die verordneten digitalen Formate elegant umgehen, sie im "Abschreibmodus" bearbeiten oder einfach im Sande verlaufen lassen, können wir empirisch nicht beantworten. Sabines Schwester jedenfalls wird ihren Thermomix über ebay anbieten, denn er kann keinen duftenden Braten, er kann nicht in Gesellschaft kochen, man kann sich höchstens hinterher darüber unterhalten, wenn man noch Lust dazu hat. Und sie hat bis jetzt nicht ein einziges dieser Rezepte im Kopf, denn das Ding macht schlicht überhaupt keinen Spaß - ihr jedenfalls.

 

Die Lehr-Lernforscher und die digitalen Experten könnten sich doch mal zusammensetzen. Kürzlich sagte einer der digitalen Fans, die hohen Abbruchquoten seien ein ermutigendes Zeichen für Selbststeuerung, schließlich müsse man im Restaurant ja auch nicht das ganze Menü essen.
So ein Lehr-Lernforscher würde ihm dann vielleicht antworten, dass es nicht um das Nicht geht, sondern eben um den Reiz, es zu essen. Lernen ist gekoppelt an Emotion, Bedeutung der Inhalte für die Person, den Kontext, innerhalb dessen der Inhalt erworben wird, ans Mitgestalten des Lernprozesses, den unmittelbaren eigenen Beitrag, an Spannung, persönliches Feedback - und Freude an der Sache, auch wenn es immer noch Leute gibt, für die Spaß etwas Verdächtiges ist. Wenn die "digitale Lehr-Lernforschungskonferenz" das dann gemeinsam hinkriegte, also sich zusätzlich zum digitalen Prozess auf den Lernprozess zu konzentrieren, inklusive seines Endergebnisses, müssten wir ernsthaft um unsere Existenz fürchten ;-))  

 

Was uns momentan noch gut schlafen lässt, ist, dass wir eher mit dem zweiten Themenkomplex befasst sind, den wir weit oben erwähnt haben, nämlich Management- und Führungskompetenzen und Softskills. Nachdem schon die Inhalte - wenn das theoretische Basiswissen digital oder nicht digital einmal vermittelt ist - nichts anderes sind als Persönlichkeitsentwicklung, und das Ergebnis nichts anderes als Erfolg oder Nicht-Erfolg im Kontakt mit Menschen, macht es absolut Sinn, das auch im Kontakt mit Menschen professionell zu trainieren, zu testen und zu nutzen, was während dieser Interaktion spürbar wird und wirkt - sinnlich, verbal und nonverbal, bewusst und

unbewusst. Noch immer sind diese Wirkmechanismen die stärksten. Bis uns die Wissenschaft das Gegenteil beweist. Weshalb erfreut sich Persönlichkeits-entwicklung digital dann überhaupt einiger Beliebtheit? Wenn Sie Manager und auch Personalentwickler befragen, es gibt dazu schon Antworten: Lieblingszeitraum von insgesamt 2 Tagen für ein Training nicht überschritten, Soll sichtbar erfüllt, Expresslieferung überall hin.  

 

Naja, ist ja mit vielen Blumensträußen am Valentinstag auch nicht anders ...

 

 

Bildquellen:
Bild 1: Gaby Stein / pixelio.de

Bild 2: joujou  / pixelio.de  

Bild 3: Rainer Sturm / pixelio.de

Bild 4: Marvin Siefke / pixelio.de

 

RUM UM DEN SPECK. Viel Lärm um ...

 

Wenn uns mal wieder brennend interessiert, was in unserer wettbewerblichen Landschaft gerade so los ist, sagt Sabine: "Lass uns mal benchmarken :-)", in memoriam dieses von uns beiden so oft gehörten Spruchs. Wir googeln dann los - und was finden wir? Eine gute Zahl ernstzunehmender Leute, Gott sei Dank. Und eine gute Zahl Dekoration. Für alles Mögliche. Besonders oft für unseren eigentlichen Zweck.

 

Wofür gibt es Berater, Coaches, Trainer, Change Prozessbegleiter und deren Verwandte? Wenn Du das werden willst, lernst Du, dass es Dich gibt, um die Wahrscheinlichkeit von Veränderung - manchmal zu Deutsch Change - signifikant zu erhöhen.  

 

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Haben Sie sich schon mal das Rauchen abgewöhnt? Wir auch nicht. Aber es gibt Leute, die tun das immer wieder. Es wird einfach nichts. Die Leute, die wir kennen, denen es geglückt ist - deren Zahl ist weit entfernt von einer repräsentativen Stichprobe - verfolgten, vielleicht zufällig, eine exakt identische Strategie: Ran an den Speck, nix mehr, von heute auf morgen. Ich will das jetzt! Sabines Vater bewahrt eine sentimentale orange Packung Ernte 23 im Wohnzimmerschrank auf. Die bröseln inzwischen fast ein Vierteljahrhundert vor sich hin.

 

Kolumnen sind keine wissenschaftlichen Beiträge. Deshalb wagen wir jetzt mal mitzuteilen, dass uns das auf gleiche Weise ins Gesicht springt, wie unsere Google-Ergebnisse. "Willst Du jetzt das Rauchen aufhören, oder was willst Du eigentlich?" Willst du, dass sich in deinem Unternehmen oder deiner privaten Situation tatsächlich etwas zielführend verändert, oder was willst du eigentlich?  

 

Coaching Kolumne IDServices

Seit diesem chinesischen Tüftler die eCigarette eingefallen ist, gibt es endlich eine Entsprechung zum Einfallsreichtum in unserer Branche, Angebote um den heißen Brei herum zu dekorieren. Dampf ist da genauso dabei. Forscher der Universität San Diego zählten immerhin rund 7700 verschiedene Aromen von Tiramisu bis Waldfrucht - bei den elektronischen Zigaretten natürlich.
 

In unserem Business macht man das genauso. In die Wüste gehen, klettern im Hochseilgarten oder survivaln gleich auf Leben und Tod. Der Mensch an sich scheint zu langweilig. Leadership-Trainer mit Schlappohr, Lama-Trekking,  

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Donkability (das hat was mit Eseln zu tun - richtigen Eseln), Pferd, Delfin, Hund, Wolf, Kamel ... Wir erwarten bei unserem nächsten Benchmarking alles das auf einem Segelboot, kombiniert mit Helicopterskiing oder - wenn es die Testreihen denn mal überstanden hat - in einer raumfahrttauglichen Variante des SpaceShip. Wer auf der Erde bleiben muss, kann das ja kompensieren mit anregendem Technical Equipment. Haben Sie je die Geheimdienstzentrale in "James Bond - Ein Quantum Trost" gesehen? Davon haben die Anbieteragenturen für Firmenevents und Kongresse von eLearning bis HR womöglich gelernt: Den Austausch einfachster Informationseinheiten so eindrucksvoll zu technisieren, dass das Design länger in Erinnerung bleibt als die zwangsläufig verknappte Information. Das ist ja nicht schlecht - für die Anbieter.

  

Mag sein, dass wir beide doch ziemlich unter dem Einfluss der "tradierten" und sehr deutlichen Ansagen von Führungspersönlichkeiten stehen, die nicht nur im marktwirtschaftlichen Sinne äußerst erfolgreich sind. Sie sehen sich sowohl in der Lage als auch mutig genug, ihren HR-Verantwortlichen und Beratern deutlich zu vermitteln, dass das Ziel ist, dass etwas Zielführendes erreicht werden soll - und das wollen sie auch, nicht nur bis nächste Woche. In vollem Bewusstsein, dass Veränderung einen Preis hat, der meistens für sie selbst nicht niedriger ist als für ihre Mitarbeiter. Mag aber auch sein, dass wir als Spezialisten für Organisationen wie Menschen eine schärfere Brille dafür haben, wann der Köder so schmackhaft wird, dass der Angelhaken zu einer leicht verdaulichen Angelegenheit mutiert.

 

Wir arbeiten sehr gern mit Konzepten und Erkenntnissen aus der Kognitiven Psychologie, wir sind Fans von Neurobiologie und Hirnforschung. Konsequenterweise haben wir eine Methodik als Grundausstattung, mit der Lernen, Erkenntnis und Veränderung Spaß machen. Die genügend persönliches Interesse weckt, um spannend und effektiv zu bleiben. Verdächtigen Sie uns also nicht des Verfechtens von altmodischen Classroom-Konzepten. Apropos altmodisch: Unsere Grundausstattung an technischem Equipment ist zu oft up-to-date und deutlich redundant, denn wir sind Gadget-Fans. Gerade wegen unserer Vorlieben betrachten wir den Verlust der Balance zwischen Dekoration und Essenz als Gefahr. Wir wissen, was dann los ist - das eine verliert zugunsten des anderen.

 

Auf diese Weise für Menschen oder mit ihnen zu arbeiten, riecht nach Alibi. Von wegen "Ran an den Speck". Das Soll wird erfüllt, von allen Beteiligten. Jede Menge Action, feine Feedback-Evaluationskreuzchen online ;-), hoher Unterhaltungswert - nachhaltig. Und nach sehr kurzer Zeit machen wir fröhlich so weiter wie bisher.

 

Ob die eCigarette es besser können wird? Falls das für die Konsumenten überhaupt von Interesse ist ...

 

Bildquellen:
Bild 1: privat

Bild 2: Ulla Thomas  / pixelio.de  

Bild 3: CFalk / pixelio.de